Cycling 7000km for 35'000 Patients

Istanbul

Da ich Istanbul mit meiner Familie schon vor einem Jahr besucht hatte, musste ich nichtmehr jede Touristenattraktion aufsuchen. So genoss ich die Tage mit Lesen, Entspannen und mit Leute beobachten. Dies war genau das, was ich nach einer so langen Reise benötigte. Auch fand ich so Zeit mein Fahrrad wieder zu reparieren bzw. die Velowerkstatt vom Decathlon.

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Diese Stadt ist ganz besonders. Sie ist viel lebendiger als die andern Städte, die ich auf meiner Tour bisher beradelt hatte. Die Energie, der Lärm, der Geschmack und die Stimmung, alles war speziell aber schön. Ein besonderes Erlebnis möchte ich euch an dieser Stelle noch schildern. Ich hatte gerade eine Portion Börek und einen Ayran gekauft und war auf der Suche nach einer Parkbank, als ich von einer Familie auf English angsprochen wurde: „Can you tell us, where we find the Grand Basar?“ „Evet, follow the street up, then turn right. After 100m there is the Grand Basar“, antwortet ich in gebrochenem English/Türkisch. „Where are you from?“, fragte ich neugierig (ich wusste die Antwort aber bereits 😛 ). „We are from Switzerland.“, informierten mich die Berner. „Vo wo gnau?“, hakte ich auf Schweizerdeutsch nach. Erste jetzt viel ihnen auf, dass ich gar kein Türke sondern auch Tourist war. Alle mussten lachen.

Anfahrt nach Istanbul

Diese Stadt ist der absolute Wahnsinn. 14 mio. Einwohner leben in der Stadt. Zählt man die ganze Agglomeration dazu, steigt die Zahl nochmals um ein paar Millionen an. Dementsprechend war auch die Anfahrt nach Istanbul anders als bisher. So führte mich eine 5 spurige „Hauptstrasse“ ins Stadtzentrum hinein. Normalerweise filme ich jeden Tag 10s meiner Fahrt, doch diese Strasse erlaubte dies nicht und so filmte ich heute von einer Brücke.

Diese war aber nicht etwa flach, sondern hüglig, eigentlich schon fast bergig. Beim längsten und steilsten Anstieg wurde ich von mehreren freundlichen Autofahren gefragt, ob ich mich bei ihnen anhängen möchte. Doch dies liess mein Velofahrerherz nicht zu und ich kämpfte mich die Steigung hoch. Die Abfahrt danach war es auch wirklich Wert vorher verdient zu werden. Mit über 60km/h raste ich der Stadt entgegen. Da die Geschwindigkeit für Lastwagen auf 50km/h begrenzt ist, musste ich häufig zu einem Überholmanöver ansetzen. Mit einem riesen Lachen im Gesicht kam ich in der Stadt an. Meine nächste Challenge war en nun die Wohnung von Harun zu finden. Ihn lernte ich im Dorf Lahana kennen und er lud mich nun zu sich nach Hause ein. Kurz vor 18:00 Uhr wurde ich fündig. Heute war ein harter Tag. Viel Gegenwind, steile Rampen und der Zeitdruck setzten mir zu (und 115km). Zeitdruck aus dem Grund, dass wir noch an die Halbjahresfeier seines Arbeitgebers Decathlon mussten. So tauschte ich meine Sportkleidung gegen lange Hosen und T-Shirt und wir machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Von der Präsentation der Halbjahreszahlen bekam ich nicht viel mit (war natürlich auf Türkisch), denn ich war zu müde und erschöpft. Nach einer kurzen Stärkung, setzten wir uns in einen Car und dieser brachte uns an den Taksim-Platz. Ein kurzer Spaziergang führte uns zum Bronx Klub. Bis 02:38 Uhr konnte ich mich zu Liveband und DJ auf meinen Beinen halten. Doch dann wurde es wirklich Zeit für eine gute Portion Schlaf.