Crazy Cycler On Tour

Cycling 7000km for 35'000 Patients

Impressionen aus der Türkei – Thomas Trüb

Seit Trabzon fahren Matthias und ich zusammen. Bereits haben wir mehr als 600 km zusammen pedalt und sind in Dogubayazit, der letzten türkischen Stadt vor der iranischen Grenze angelangt. Unsere Route hat uns über einige Pässe von Hochebene zu Hochebene geführt. Karge Landstriche wechselten sich mit fruchtbaren Ebenen ab. Vor allem im Morgen- und Abendlicht leuchten die kürzlich abgeernteten Kornfelder golden. Die Farben der Berge wechseln von grau-braun-rot bis grün. Die wenigen Bäume, meist bei einer Ortschaft spenden willkommenen Schatten. In der Nacht glitzern tausende Sterne und die Milchstrasse über uns.

Je weiter wir in den Osten der Türkei kommen, je augenscheinlicher werden die Spannungen zwischen den türkischen und kurdischen Volksgruppen. Mehrmals täglich treffen wir auf einen stark gesicherten Polizeiposten. Bewaffnete, gepanzerte Fahrzeuge kreuzen unsere Wege. Wir selbst werden von Türken, Kurden und Soldaten freundlich empfangen. Unser Vorhaben, eine solch lange Reise mit dem Fahrrad zu unternehmen, stösst aber meist auf Kopfschütteln. Doch wird uns auch gerne geholfen: frisches Wasser, Cay oder ein guter Schlafplatz auf der Wiese hinter dem eigenen Bauernhof. Wegen der Sprachbarriere verstehen wir die guten Ratschläge unserer Gegenüber nicht immer. Von den einen werden wir vor der PKK gewarnt, die anderen begrüssen uns in Kurdistan. Wir bleiben neutral und reisen nicht nur wegen des Strassenverkehrs nur tagsüber.

Trabzon – Erzurum

The first stage with my dad brought us from the Black Sea Coast directly up in to the Anatolian mountains. The sea cried (it rained a little) when we left her and turned south. It was almost getting dark, when we reached the first high-point. After a fast downhill race, we found the remains of a house near an artificial lake, where we could hide from the winds.

Trabzon-Erzurum

On the next two days we climbed over several passes. The highest on we had to climb is 2449m up in the sky. Thanks to some cay we got on our way, we made it over the top. Up there we realized, that until we reach India, we probably will never be below 1000m again.  For me it is pretty special to be in the mountains all the time. I am enjoying it exceptionally.

Now we stayed for 2 nights in Erzurum. This city has a long history due to it’s position at the silk road. Now they started to renovate some of the stuff, but sadly they don’t really seem to have a plan. We found the remains of an impressive outdoor climbing wall (probably only used once in 2010 for the lead climbing championship) as well as the ski jumping structures of the Universiade 2011. They both appear to have been only used once and than left to nature. This city could offer so much to visitors, if they just paid more attention to there infrastructure.

Trabzon

We (my dad and me) arrived in Trabzon yesterday. Today we put our bikes together and walked through the busy streets of Trabzon. My back is getting better every day, but it still hurts a little. Tomorrow we will start our trip with a nice little pass (1900 meters above sea level). I am looking forward to a nice and adventures trip together with my dad.

Trabzon

Nationalpark near Ilgaz

After four days of cycling with a Belgian guy, we split up because I wanted to climb a pass and go hiking and he preferred the more direct route to the black sea. But we are both looking forward to meet again somewhere on the beach.

Nationalpark_1

The park is mostly a ski resort, but there are some hiking trails as well. Because I wasn’t sure where I am allowed to set up my tent, I asked the staff from the Hotel. They gave me the answer I was hoping for: “Everywhere, we don’t care.” So I took my bike and rode to the chairlift station and put up my tent inside it. What a great camping spot. After a good night sleep and a lazy morning, I put on my sandals and started my little hike. The view from the top of the hill was absolutely amazing. I was sad to see, that they never finished and never will finish the hotel on the top. It could have been such a nice place to stay. I got the feeling that maybe 5 years ago they ran out of spare money to invest in the infrastructure of the park. The hiking trails were once perfectly in shape. But now I had sometimes difficulties to find them, because they were overgrown and the storms threw trees all over it. But nevertheless I had a great time exploring the nature and in the end I found my way back home to my tent.

Kilometerstand: 3176

Anfahrt nach Istanbul

Diese Stadt ist der absolute Wahnsinn. 14 mio. Einwohner leben in der Stadt. Zählt man die ganze Agglomeration dazu, steigt die Zahl nochmals um ein paar Millionen an. Dementsprechend war auch die Anfahrt nach Istanbul anders als bisher. So führte mich eine 5 spurige „Hauptstrasse“ ins Stadtzentrum hinein. Normalerweise filme ich jeden Tag 10s meiner Fahrt, doch diese Strasse erlaubte dies nicht und so filmte ich heute von einer Brücke.

Diese war aber nicht etwa flach, sondern hüglig, eigentlich schon fast bergig. Beim längsten und steilsten Anstieg wurde ich von mehreren freundlichen Autofahren gefragt, ob ich mich bei ihnen anhängen möchte. Doch dies liess mein Velofahrerherz nicht zu und ich kämpfte mich die Steigung hoch. Die Abfahrt danach war es auch wirklich Wert vorher verdient zu werden. Mit über 60km/h raste ich der Stadt entgegen. Da die Geschwindigkeit für Lastwagen auf 50km/h begrenzt ist, musste ich häufig zu einem Überholmanöver ansetzen. Mit einem riesen Lachen im Gesicht kam ich in der Stadt an. Meine nächste Challenge war en nun die Wohnung von Harun zu finden. Ihn lernte ich im Dorf Lahana kennen und er lud mich nun zu sich nach Hause ein. Kurz vor 18:00 Uhr wurde ich fündig. Heute war ein harter Tag. Viel Gegenwind, steile Rampen und der Zeitdruck setzten mir zu (und 115km). Zeitdruck aus dem Grund, dass wir noch an die Halbjahresfeier seines Arbeitgebers Decathlon mussten. So tauschte ich meine Sportkleidung gegen lange Hosen und T-Shirt und wir machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Von der Präsentation der Halbjahreszahlen bekam ich nicht viel mit (war natürlich auf Türkisch), denn ich war zu müde und erschöpft. Nach einer kurzen Stärkung, setzten wir uns in einen Car und dieser brachte uns an den Taksim-Platz. Ein kurzer Spaziergang führte uns zum Bronx Klub. Bis 02:38 Uhr konnte ich mich zu Liveband und DJ auf meinen Beinen halten. Doch dann wurde es wirklich Zeit für eine gute Portion Schlaf.