Bereits kurz nach unserer Ankunft, besprachen wir unser Bauvorhaben mit Giri. Anstelle von Eukalyptusbäumen, sollte die Grundkonstruktion aus Stahl entstehen. Giri erklärte uns, dass er einen guten Draht zu einem lokalen Schweisser hat, welcher schon morgen mit der Arbeit beginnen könne. Ich traute der Sache nicht wirklich, da ich die Bezeichnung „morgen“ von Indern sehr gut kenne. Trotzdem wollten Katja und ich nicht von unerwarteter Geschwindigkeit überrascht werden und so bastelten wir am nächsten Tag ein Model des Turmes. Dieses würde uns auch helfen, falls der Schweisser dann trotzdem nicht zu Verfügung stand. Doch ich staunte nicht schlecht, als ich während dem Model bauen gerufen wurde, um passende Stahlrohre auszuwählen und abzumessen. Da ging es ja wirklich zackig. Am Abend wurde uns berichtet, dass morgen Nachmittag die Rohre zusammengeschweisst und der Turm errichtet wird. Nur waren wir auch eingeladen die Mobile Bibliothek zu begleiten. Ich fragte mich: „ist mein Bauplan gut genug? Klappt das ohne mich, so wie ich mir das vorgestellt habe?“

Doch wie insgeheim befürchtet passierte am nächsten Tag nichts. Auch am darauf folgenden Tag (wir besuchten mit der Mobile Medical Clinic die Jawadhu Hills) geschah nicht viel mit den Eisenträgern bis wir zurück kamen. Doch dann tauchte plötzlich ein Knabe mit einem Schweisserät auf und schweisste die etwas zu kurzen Balken zusammen. Voller Freude kamen wir am Samstag zur Schule, doch der Schweisser hatte seinen Ellenbogen verletzt aka er war zu faul um zu kommen. Dumm nur, dass wir den Sonntag eingeplant hatten, um die Kletterwand zu bauen.

Am Montag war es dann so weit. Der Schweisser war wieder genesen, die Löcher für das Fundament gegraben und die Profile zum Bauplatz getragen. Doch schwups, dann war der Strom weg. Oder war es doch nur ein schlechtes Kabel? Wir werden es wohl nie erfahren. Nur dass heute nicht geschweisst wird, ist sicher.

Und so bricht unser letzter Tag in Tiruvannamalai an und bisher zeugen nur 4 Löcher im Boden vom Turm. Doch plötzlich geht alles ganz schnell. Die Träger werden zusammengeschweisst und der Turm ein erstes Mal aufgerichtet. Doch welch ein Wunder, die Löcher passen nicht genau. Doch auch diese Problem ist schnell beseitigt und gerade rechtzeitig vor dem Mittagessen, wird das Fundament des Turmes zementiert. Nun muss nur noch ein Rätsel gelöst werden: „Wie befestigen wir die Holzbretter am Turm?“ Irgendwann tauchen einige Schrauben auf, welche für die Befestigung von Blech an Trägern gedacht sind. Zur Sicherheit benutzen wir einige Schrauben mehr und schon kurz drauf werden die ersten Klettergriffe am Turm befestigt.

Leider ist somit erst eine Seite und Aufstiegsmöglichkeit von vier fertig. Nummer zwei ist schon vorbereitet aber wegen fehlendem Holz auch noch nicht ganz fertig, für Nummer 3 ist alles Material vorhanden, doch die Zeit zu knapp und Nummer 4 existiert erst in unseren Köpfen. Das ist alles sehr unbefriedigend und so entscheiden wir uns einen Tag später abzureisen.

Heute Mittwoch ist Schulfrei, da gestern ein Feiertag war (irgendwie komisch nicht?). Wir geniessen die Ruhe und können so ungestört das Netz (Aufstieg Nummer 3) knüpfen. Leider habe ich mich etwas in der Länge verrechnet und die Seile sind 50cm zu kurz. Mit etwas Indischem improvisieren klappt es aber dann doch und das Netz hält dem Gewichtstest stand. Somit können wir Guten Gewissens morgen nach Trichy weiter reisen.